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Eine Kirchengeschichte

Unmittelbar nach der Ankunft in Schillig machte sich Pfarrer Hugo Springer daran, in Schillig einen Raum für Gottesdienste zu finden. Im DRK-Heim wurde er fündig, er erhielt die Erlaubnis, im Speisessal des Roten-Kreuz-Heimes regelmäßig Messen zu halten.

1947 ergab sich dann die Möglichkeit, dort einen eigenen Gottesdienstraum zu bekommen, der zu Pfingsten vom bischöflichen Offizial Pohlschneider geweiht wurde. Tabernakel und Stühle dieser „Behelfskirche“ stammten von der Schilliger Patengemeinde Lutten in Oldenburg, die ihre Gaben deklariert als „Kartoffelsendung“ nach Schillig schickte. Zu Beginn des Jahres 1951 kam jedoch das Aus für den Gottesdienstraum im DRK-Heim: Die Einrichtung sollte zu einem Kinderheim umgebaut werden, für einen Gottesdienstraum war kein Platz mehr.

 

Lokschuppen

Zu Beginn des ersten Weltkrieges war eine kleine Bahnlinie von Hohenkirchen nach Schillig gebaut worden, die dem Personenverkehr und der Versorgung der Schilliger Befestigungsanlagen diente. Nach Kriegsende verlor diese Bahnanlage und der dazu gehörende Lokschuppen in Schillig seine Bedeutung - er verfiel zusehends, keiner wollte sich um ihn kümmern.

Auf diesen ehemaligen Lokschuppen warf der in Raumnot geratene Pfarrer Springer ein Auge, bot sich der Schuppen doch wunderbar als kleines Kirchlein an. Verhandlungen wurden geführt und das Ergebnis war, dass die Kirchengemeinde den Lokschuppen benutzen durfte. Für dieses Nutzungsrecht war ein jährlicher Mietzins von 75 Mark zu entrichten. Die notwendigen Ausbaukosten in Höhe von 8.000 Mark wurden von den Kirchengemeinden Lutten und Dinklage sowie durch das Bischöfliche Offizialat aufgebracht. Am 17. Juni 1951 weihte Pastor Völkerding aus Lutten die Marienkapelle feierlich ein.

Der stetig zunehmende Fremdenverkehr brachte es aber mit sich, dass diese kleine Kapelle schnell zu klein wurde für die zahlreichen Kurgäste und Urlauber, die für jeweils mehrere Wochen Station in Schillig und im benachbarten Horumersiel machten. Mittlerweile schrieben die wangerländischen Katholiken das Jahr 1955, in dem überlegt wurde, die Marienkapelle zu vergrößern. Davon nahmen die Kirchenoberen aber vorerst Abstand, man wollte die weitere Entwicklung im Tourismus abwarten.

 

Erste Kirche 1967

Sechs Jahre später, genau im September 1961 und weiter im Februar 1962, der Fremdenverkehr hatte sich zu einer festen Größe im Wirtschaftsleben der Region entwickelt, fanden erste Gespräche über Grundstückskäufe für Kirchbauten in Schillig und Hohenkirchen statt, die allerdings damals ohne rechten Erfolg blieben. Baubehördlich abgelehnt wurde im März 1963 auch ein Antrag auf Erweiterung der Marienkapelle.

Im September 1965 wurden nochmals eingehende Besprechungen über einen Kirchbau in Schillig geführt, die letztendlich Erfolg hatten. Mit dem Bau der ersten St.-Marien-Kirche in Schillig verlor die Marienkapelle ihre Bedeutung, sie wurde wegen Baufälligkeit und um Platz für den Bau eines Begegnungszentrums im Jahre 2002 zu schaffen, 2001 abgerissen.

Aber zurück in das Jahr 1966: Im Januar machte sich Hugo Springer auf, Spendengelder für den geplanten Kirchbau zu beschaffen. Mit einem Schreiben an „liebe Bekannte, Freunde und Wohltäter“ bat er um finanzielle Unterstützung: „Seit dem 25. Juni 1946 brennt hier, dicht am Schilliger Oberfeuer, im ehemaligen Lokschuppen, das ewige Licht. Wie das Oberfeuer den Schiffen den Weg weist in dunkler Nacht, durch die Untiefen des Jadebusens, so leuchtet das ewige Licht den wandernden Seelen in den Stürmen und der Dunkelheit unserer heutigen Zeit“. Seine Bemühungen um Spendengelder waren erfolgreich, am 27. August 1967 weihte Weihbischof Heinrich Baaken die Kirche.

 

Hooksiel und Hohenkirchen

Neben dem im Februar 2012 geweihten Neubau der Schilliger St.-Marien-Kirche gehört mit der Änderung der Pfarrgrenzen seit 1996 auch die Hooksieler St.-Ansgar-Kirche zu den Liegenschaften des heutigen Kirchenfonds. Die Kirche wurde 1965 erbaut und am 6. Oktober 1966 durch Offizial Heinrich Grafenhorst geweiht.

Die Stellung Hohenkirchens, das von den Schilliger Seelsorgern seit je her mitversorgt wurde, als Bundeswehrstandort brachte es mit sich, dass Anfang der 1970-er Jahre viele katholische Familien aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hohenkirchen zogen. Dies führte dazu, dass die Kirchengemeinde dort bald größer als die in Schillig wurde, was wiederum zu großen Raumproblemen bei den Schilliger Gottesdiensten führte. Zwar hatte die Gemeinde im November 1964 in Hohenkirchen ein Grundstück gekauft, dem aber waren keine weiteren Taten gefolgt.

Dann endlich, im Jahre 1975, war es soweit: Mit Mitteln des Bistums, der Militärseelsorge und des Bonifatiusvereins wurde für die Hohenkirchener Katholiken eine eigene Kirche gebaut, die St. Hedwig-Kirche mit kleinem Gemeindezentrum und Versammlungsraum. Die Einweihung erfolgte Ende im April 1975 durch Weihbischof Max Georg Freiherr von Twickel.

Mit der Schließung der Wangerland-Kaserne verlor das Gotteshaus seinen Status als Garnisonskirche. Es wurde am 30. Mai 2007 profaniert und, da sich kein Käufer für das Gebäude fand und es zudem erhebliche Baumängel aufwies, im Dezember 2008 abgerissen.

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